Einblick · Royal Glow Cosmetics
Hier zeige ich die echten Entscheidungen, Fehler und Korrekturen aus dem Bauprozess — damit du siehst, wie ich arbeite, nicht nur, wie das Ergebnis aussieht.
Für
Jamaina — Wimpernverlängerung, Gesichtsbehandlungen, Hautpflege
Ort
Straubing
Leistungen
Konzept, Design, Umsetzung
Fotografie
Eigene Aufnahmen aus dem Studio
Eigene Aufnahmen aus dem Studio — Teil des Bildmaterials der fertigen Website.
Vier Stellen, an denen es interessant wurde
Von Dekoration zu Zurückhaltung
Das Logo von Royal Glow ist laut, glänzend, goldmetallisch — Krone, Kalligrafie, Diamanten. In der ersten Konzeptrunde habe ich versucht, diese Opulenz direkt zu spiegeln: bunte Badge-Pillen für Leistungen, eine weiche Serifenschrift, viel Deko. Ein naheliegender erster Impuls, der die eigene interne Prüfung nicht bestanden hat, bevor er der Kundin je gezeigt wurde.
Das Problem
Trotz stimmiger Farbwelt wirkte der Entwurf in der eigenen kritischen Durchsicht weniger hochwertig als beabsichtigt. Der Grund lag nicht bei den Farben, sondern bei zwei Details: zu viel dekorative Buntheit (farbige Icon-Kreise, Badge-Pillen) und eine Schrift, die inzwischen so oft in Hochzeits- und Beauty-Vorlagen läuft, dass sie nicht mehr exklusiv wirkt.
Was ich daraus gemacht habe
Teuer wirkt nicht durch mehr Schmuck, sondern durch Zurückhaltung. Ich habe eine feste Regel daraus gemacht: fast monochrome Flächen, sehr selbstbewusste Typografie (Playfair Display statt der weicheren Cormorant Garamond), Gold nur noch als seltener, präziser Akzent — nie als Fläche für Badges oder Icons. Das Logo bleibt laut, die Website rahmt es, statt mit ihm zu konkurrieren.
Ich-Perspektive statt Marketing-Floskeln
Die erste Textfassung klang, wie Website-Texte oft klingen: „mit Ruhe, Präzision und einem Gefühl von Luxus". Inhaltlich richtig, aber austauschbar — dieselben Worte könnten auf der Seite jedes anderen Kosmetikstudios stehen.
Das Problem
Ein Einzelunternehmen, das in „wir/uns/unser" spricht, wirkt unpersönlich und ein bisschen unehrlich. Und generische Marketingsprache verrät sich selbst als generisch — Besucherinnen überfliegen sie, ohne sie zu lesen.
Was ich daraus gemacht habe
Ich habe konsequent auf Ich-Perspektive umgestellt (kein Team, eine Person, eine Verantwortung) und die Floskeln durch konkrete, warme Sprache ersetzt. Das Prinzip gilt seitdem für jedes Projekt: lieber eine echte Formulierung, die nach der Kundin klingt, als eine glatte, die nach niemandem klingt.
Getestet auf jedem Handy, nicht nur auf meinem
Ich habe die fertige Seite bei elf verschiedenen Bildschirmgrößen durchgeklickt — vom kleinsten iPhone bis zum großen Monitor. Zwei Fehler sind dabei aufgefallen, die man am eigenen Laptop nie gesehen hätte.
Das Problem
Auf dem Handy lagen die Cookie-Meldung und die feste Kontaktleiste (WhatsApp/Anrufen) genau übereinander — die Kontaktleiste war beim ersten Besuch unsichtbar, ausgerechnet dort, wo Kundinnen am ehesten einen Termin buchen wollen. Und bei einer bestimmten mittleren Bildschirmbreite lief ein Kartentitel sichtbar über den Rand hinaus.
Was ich daraus gemacht habe
Beide Fehler sind behoben, und ich habe daraus eine feste Gewohnheit gemacht: Jede Seite wird bei den gängigsten Bildschirmgrößen durchgeklickt, bevor sie fertig ist — nicht nur am eigenen Bildschirm betrachtet.
Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have
Goldene Schrift auf cremefarbenem Hintergrund sieht elegant aus. Ich habe trotzdem nachgemessen, wie gut man sie tatsächlich lesen kann.
Das Problem
Das Ergebnis: zu schwacher Kontrast. Für einen Teil der Besucherinnen — etwa mit Sehschwäche oder bei hellem Umgebungslicht auf dem Handy — wäre der Text kaum lesbar gewesen. Kein Stilbruch, sondern für manche schlicht unbenutzbar.
Was ich daraus gemacht habe
Ich unterscheide seitdem bewusst zwischen lesbarem Gold (Text, Labels, Links — ein dunklerer, geprüfter Ton) und dekorativem Gold (Icons, Rahmen, Buttons — darf leuchten). Bei Royal Glow wurde dafür ein zweiter Goldton eingeführt und jede Kombination gemessen nachgeprüft, nicht nur nach Auge beurteilt.
Mein Fazit
Eine Website ist erst fertig, wenn sie unter echten Bedingungen geprüft wurde
Keiner der Punkte oben war auf den ersten Blick sichtbar — der schwache Kontrast nicht am Auge, der übergelaufene Text nicht bei einer normalen Bildschirmbreite. Aufgefallen sind sie, weil ich systematisch geprüft habe — bei elf verschiedenen Bildschirmgrößen, mit gemessenen Kontrastwerten — nicht, weil ich sie erwartet hätte.
Genau diese Sorgfalt bekommst du bei jedem Projekt: eine Designentscheidung wird begründet, ein Fehler wird dokumentiert statt versteckt, und nichts geht online, das nicht auch unter echten Bedingungen funktioniert.
Projekt anfragen


